Die Klasse L, vom Moped bis zum Quad
Das europäische Genehmigungsrecht ordnet leichte zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge der Klasse L zu. Sie umfasst ein sehr breites Feld: Mopeds, Roller, Motorräder aller Hubräume, motorisierte Dreiräder sowie leichte und schwere Quads.
Wie bei Autos werden diese Fahrzeuge auf europäischer Ebene typgenehmigt, und die vom Hersteller ausgestellte Übereinstimmungsbescheinigung belegt, dass das einzelne Fahrzeug einem genehmigten Typ entspricht. Dieses Dokument wird für die Zulassung eines in einem anderen Mitgliedstaat gekauften Zweirads verlangt.
Unsere eigene Seite: Übereinstimmungsbescheinigung für Motorräder.
Wo die Identifizierungsnummer steht
An einem Zweirad gibt es weder Windschutzscheibe noch Türsäule: die Nummer ist direkt in den Rahmen eingeschlagen. Die häufigsten Stellen:
- am Steuerkopf, vorn am Rahmen unter dem Lenker;
- am Rahmenrohr auf der rechten Seite, mitunter von Verkleidung verdeckt;
- auf einem Herstelleraufkleber unter der Sitzbank oder im Staufach eines Rollers;
- eingetragen in der Zulassungsbescheinigung des Herkunftslands.
Die Motornummer auf dem Gehäuse ist eine andere Kennung: sie identifiziert die Genehmigungsakte nicht. Verwechseln Sie beide nicht.
Drei Punkte, die bei Zweirädern besonders zählen
- Gedrosselte Versionen. Dasselbe Motorrad kann je nach Markt in voller Leistung und gedrosselt existieren. Die Bescheinigung beschreibt die genehmigte Version, und die zählt.
- Umbauten. Auspuff, Luftfilter, Sekundärübersetzung: Zweiräder werden häufiger verändert als Autos. Nichts davon steht in der Bescheinigung, die das Werksfahrzeug beschreibt.
- Direktimporte. Ein in Japan oder den USA neu verkauftes Motorrad hat keine europäische Bescheinigung. Bei gesuchten älteren Maschinen ist das keineswegs selten: die Rahmennummer entscheidet.
Warum die Klasse L ein Sonderfall ist
Beim Auto entsteht die Vielfalt vor allem aus Optionen und Ausstattungen. Beim Zweirad entsteht sie aus Leistung und Führerschein. Dieselbe Maschine kann je nach Markt in mehreren Leistungsstufen verkauft worden sein, jede mit eigener Genehmigung, und der erforderliche Führerschein hängt von dieser Stufe ab. Die Übereinstimmungsbescheinigung stellt eindeutig fest, um welche Version es sich handelt.
Zweiter Faktor: die Nutzungsdauer. Motorräder fahren wenige Kilometer im Jahr und bleiben viel länger im Bestand als Autos. Maschinen von fünfzehn oder zwanzig Jahren in ausgezeichnetem Zustand sind keine Seltenheit. Die Zehnjahresregel gilt aber auch für die Klasse L: danach ist die Ausstellung eines Duplikats keine Pflicht mehr. In der Praxis ist das die häufigste Ursache eines blockierten Zweiradvorgangs.
Dritter, erfreulicherer Faktor: Zweiradhersteller führen ihre Archive nach Rahmennummer oft bemerkenswert vollständig, auch bei älteren Modellen. Eine negative Antwort bei einem zwanzig Jahre alten Auto ist so gut wie sicher; bei einem gleich alten Motorrad lohnt der Versuch.
Preise und Umfang
Unsere öffentliche Preisliste umfasst Automobilhersteller. Zweiradmarken stehen nicht darin: sie werden im Einzelfall bearbeitet, und Preis wie Bearbeitungszeit werden vor jedem Schritt bestätigt.
Einige Hersteller unserer Liste bauen auch Zweiräder oder Quads: dann ist der Anfrageweg der des Konzerns.
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